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Kollagen Typ 1, 2 und 3: Der wissenschaftliche Unterschied im Überblick

Brandl Nutrition7 Min. Lesezeit

Kollagen Typ I, II und III im Vergleich

Der Unterschied zwischen Kollagen Typ 1, 2 und 3 liegt in ihrer molekularen Struktur und ihrem Vorkommen im Körper. Die römischen Zahlen I, II und III bezeichnen dieselben Typen. Alle drei gehören zu den faserbildenden Kollagenen: Drei Proteinketten bilden jeweils eine verdrillte Dreifachhelix. Ihre Zusammensetzung bestimmt, wie daraus belastbare Gewebe entstehen.[1]

Für die Produktauswahl reicht die Typnummer jedoch nicht. Entscheidend ist auch, ob das Kollagen als aufgespaltenes Hydrolysat oder in nativer, weitgehend erhaltener Struktur vorliegt.

Auf kleinen Bildschirmen kannst du die Tabelle seitlich verschieben.

Die drei Kollagentypen und ihre Einordnung
Typ Typische Gewebe Aufgabe im Körper Bei Ergänzungen beachten
Typ I Haut, Sehnen, Knochen, Bänder Zugfestigkeit und struktureller Halt Häufig Ausgangsmaterial von Kollagenpeptiden; keine gezielte Lieferung in die Haut.
Typ II Vor allem Gelenkknorpel Fasernetz im wasserreichen Knorpel Hydrolysiertes und natives Typ II unterscheiden; Studien und Mengen sind nicht austauschbar.
Typ III Haut, Gefäßwände, weitere weiche Bindegewebe Feines Fasernetz, oft gemeinsam mit Typ I Kommt mit Typ I in bovinem Ausgangsmaterial vor; kein eigenständiger Wirksamkeitsnachweis.

Typ I und III: Haut und Bindegewebe

Typ I ist das häufigste Kollagen im Körper. Seine Fasern helfen beispielsweise Sehnen, Zugkräfte auszuhalten. In der Haut kommt es zusammen mit Typ III vor. Die Bezeichnung „Beauty-Kollagen“ ist dagegen keine zusätzliche biologische Kollagenklasse.[1]

Wichtig bei Aussagen zu Haaren und Nägeln: Sie bestehen überwiegend aus Keratin, nicht aus Kollagen. Aus der Gewebeverteilung lässt sich deshalb keine Wirkung eines Kollagenpulvers auf Haarwachstum oder Nagelfestigkeit ableiten.

Auch für die Haut ist die Studienlage nicht eindeutig. Die Meta-Analyse von Pu und Kollegen (2023) fand im Gesamtergebnis Verbesserungen von Feuchtigkeit und Elastizität. Eine neuere Meta-Analyse von Myung und Park (2025) fand in den Teilgruppen ohne Unternehmensfinanzierung sowie in hochwertigen Studien keine signifikanten Vorteile. Das begrenzt die Sicherheit pauschaler Beauty-Versprechen.[2][3]

Typ II: Hydrolysat ist nicht dasselbe wie natives UC-II®

Im Gelenkknorpel bildet Kollagen Typ II ein Netzwerk. Gemeinsam mit wasserbindenden Bestandteilen trägt diese Matrix dazu bei, Druckbelastungen aufzunehmen. Das bedeutet nicht, dass geschlucktes Kollagen unverändert in den Knorpel eingebaut wird.[1]

  • Hydrolysiertes Kollagen wurde enzymatisch in kleinere Peptide zerlegt. Bei der Verdauung entstehen weitere Peptide und Aminosäuren. Das gilt auch für hydrolysiertes Ausgangsmaterial vom Typ II.
  • Natives beziehungsweise undenaturiertes Kollagen Typ II behält charakteristische Strukturen. Für UC-II® wird als möglicher Mechanismus die „orale Toleranz“ diskutiert: Immunzellen im Darm könnten auf diese Strukturen reagieren. Das ist eine Erklärungshypothese, kein belegter Knorpelaufbau beim Menschen.

In einer randomisierten Studie mit Menschen mit Kniearthrose wurde ein UC-II®-Präparat in einer Menge von 40 mg täglich über 180 Tage untersucht. Die berichteten Symptomverbesserungen sind im Kontext der Herstellerfinanzierung zu lesen. Die Präparatmenge ist zudem nicht identisch mit der Menge reinen undenaturierten Kollagens. Sie lässt sich nicht mit Grammmengen von Hydrolysat gleichsetzen und ist keine persönliche Dosierungsempfehlung.[4]

Peptidgröße und Bioverfügbarkeit: Was Dalton aussagt

Dalton (Da) ist eine Einheit für die Molekülmasse. 2.000 Da entsprechen 2 kDa. Bei Kollagenhydrolysaten beschreibt eine solche Angabe meist einen Mittelwert: Das Pulver enthält unterschiedliche Peptidgrößen, keine einheitlich langen Moleküle.

Dass kleine Kollagenpeptide nach der Einnahme ins Blut gelangen können, zeigte unter anderem die Humanstudie von Iwai und Kollegen (2005). Nachgewiesen wurden hydroxyprolinhaltige Peptide, darunter Pro-Hyp. Das belegt Aufnahme, aber noch keinen Nutzen für Haut oder Gelenke.[5]

„Je kleiner, desto wirksamer“ lässt sich daraus nicht ableiten. Für einen Vergleich brauchst du Studien zur konkreten Zusammensetzung, Dosis und Zielgruppe. Eine Dalton-Zahl allein beweist weder bessere klinische Ergebnisse noch eine gezielte Verteilung in ein bestimmtes Gewebe.

So ordnest du die brandl Produkte ein

Wenn du Kollagenpeptide als Pulver suchst, kannst du Kollagen Pulver und Kollagen Beauty+ vergleichen. Beide enthalten laut Produktangaben bovine Kollagenpeptide. Beauty+ ergänzt sie unter anderem um Hyaluronsäure, Vitamin C, Zink, Kupfer und Biotin. Wenn du gezielt eine Rezeptur mit undenaturiertem Typ II suchst, enthält Mobility+ Kapseln UC-II® aus Hühnerknorpel. Diese tierischen Quellen passen nicht zu einer veganen Ernährung.

Die Zuordnung beschreibt die Zutaten, keine bewiesene Überlegenheit für dein persönliches Ziel. Studien zu einzelnen Rohstoffen sind keine klinischen Nachweise für diese fertigen brandl Mischungen. Vergleiche Zutaten und Verzehrempfehlung auf der jeweiligen Produktseite; die aktuellen Katalogangaben findest du auch unten.

Für deine Entscheidung: Prüfe zuerst die Form, dann die Zusammensetzung und die passende Studienlage. Die Typnummer beschreibt ein Strukturprotein. Sie ersetzt keinen Wirksamkeitsnachweis.

Produkte im Artikel

Kollagen Beauty +

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Alle Zutaten: Kollagenpeptide (Rind)¹, Natriumhyaluronat², Calcium-L-ascorbatdihydrat, Zinkpicolinat, Kupferbisglycinat, D-Biotin

¹Premium Kollagen: CollaSel Suisse™
²Hyaluronsäure: HAPLEX®Plus (0,2 – 0,6 MDA) HAPLEX®Plus ist eine eingetragene Marke von Bloomage Biotechnology Corp., Ltd.

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Mobility + Kapseln

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Alle Zutaten: Methylsulfonylmethan (OptiMSM®), Hydroxypropylmethylcellulose (Kapselhülle), Natriumhyaluronat (HAPLEX® Plus), Calcium‑L‑ascorbatdihydrat (Vitamin C), Weihrauchgummiharzextrakt (Boswellia serrata, 65 % Boswelliasäuren), undenaturiertes Kollagen (UC‑II®, Hühnerknorpel), Zinkbisglycinat, Kupfer(II)‑gluconat, Mangancitrat

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570,00 € / kg

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Quellen & Einordnung

  1. Shoulders & Raines (2009): Collagen Structure and Stability.

    Biochemische Übersicht zur Struktur und Gewebeverteilung; kein Wirksamkeitsnachweis für Nahrungsergänzungen.

  2. Pu et al. (2023): Effects of Oral Collagen for Skin Anti-Aging: A Systematic Review and Meta-Analysis.

    Meta-Analyse mit positiven gepoolten Hautergebnissen. Unterschiedliche Präparate und methodische Grenzen beachten.

  3. Myung & Park (2025): Effects of Collagen Supplements on Skin Aging: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials.

    In Teilgruppen ohne Unternehmensfinanzierung und in hochwertigen Studien keine signifikanten Effekte; relativiert allgemeine Nutzenversprechen.

  4. Lugo, Saiyed & Lane (2016): Efficacy and tolerability of an undenatured type II collagen supplement in modulating knee osteoarthritis symptoms.

    Randomisierte Studie mit UC-II®; finanziert durch InterHealth Nutraceuticals. Untersucht Symptome, kein Beleg für Knorpelneubildung und kein Test von Mobility+.

  5. Iwai et al. (2005): Identification of Food-Derived Collagen Peptides in Human Blood after Oral Ingestion of Gelatin Hydrolysates.

    Humanstudie zur Aufnahme hydroxyprolinhaltiger Peptide. Aufnahme ins Blut ist nicht mit klinischer Wirksamkeit gleichzusetzen.