Inhaltsverzeichnis:
1. Stevia als Zuckerersatz
2. Was ist Stevia? Was sind Stevioglycoside?
3. Vermeintliche Vorteile von Stevia und die wissenschaftliche Studienlage
4. Unterschied von Stevia bzw. Stevioglycosiden zu künstlichen Süßungsmitteln
5. Wie werden Stevioglycoside aus Stevia produziert?
6. Stevioglycoside im individuellen brandl Shake
7. Quellen

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Stevia als Zuckerersatz

Stevia ist ein seit mehreren Jahren sehr beliebter Zuckerersatz – es ist bis zu 300 Mal süßer als normaler Haushaltszucker. Seit Ende 2011 ist das Süßungsmittel Stevia bzw. die aus Steviakraut extrahierten Stevioglykoside auch in Deutschland zugelassen. Nach der amerikanischen FDA (Food and Drug Administration) stufte nun also auch die europäische zuständige Behörde EFSA (European Food Safety Authority) den aus Südamerika stammenden Rohstoff als sicher ein.

Der Hype um kalorienarme bzw. kalorienfreie Süßungsmittel färbte sich vor allem auf Stevia ab, da dieser im Gegensatz zu künstlichen Süßungsmitteln wie Aspartam, Scuralose oder Acesulfam als natürlicher Süßstoff eine natürliche und vermeintlich gesündere Alternative darstellt.

Was ist Stevia? Was sind Stevioglycoside?

Die Steviapflanze hat bei den indigenen Völkern Südamerikas eine lange Tradition.

Stevia (auch „Candyleaf“) gehört zur Familie der Asteraceae, die mit den Margeriten und Ambrosia verwandt sind. Mehrere Stevia-Arten sind in New Mexico, Arizona und Texas (USA) heimisch. Die begehrteste Art aber – „Stevia rebaudiana (Bertoni)“ - wächst in Paraguay und Brasilien, wo die Menschen seit Jahrhunderten Blätter aus dem Stevia-Busch verwenden, um Lebensmittel zu süßen.

Die bei uns verkauften und verwendeten Stevioglycoside werden aus der Stevia-Pflanze gewonnen, hauptsächlich handelt es sich dabei um Steviosid und Rebaudiosid. Nichtsdestotrotz werden die hier verwendeten und zugelassenen aus der Stevia-Pflanze extrahierten Stevioglycoside oft als „Stevia“ bezeichnet, was streng genommen nicht das gleiche ist.

Auf Zutatenlisten erscheinen Stevioglycoside auch unter dem Namen E960, welcher von der EFSa zugeordnet wurde.

Stevioglycoside sind vor allem für das beliebt, was sie nicht haben: Kalorien. Da es inzwischen aber viele kalorienfreie Ersatzstoffe gibt – welche größtenteils künstlich sind – kommt bei dem Stevia-Erzeugnis als Vorteil hinzu, dass es aus einer Pflanze gewonnen wird.

Vermeintliche Vorteile von Stevia und die wissenschaftliche Studienlage

Positive Wirkung auf Karies

Stevia bzw. Stevioglycoside sollen eine schonende Wirkung auf die Zähne haben. Dies ist aufgrund der Tatsache, dass Zucker bekannterweise Karies fördert, auch relativ logisch. Eine ganz aktuelle Studie von Oktober 2019 von Cooco F. et. al bestätigt dies und weist positive Auswirkungen von Stevia auf kariesbedingte Faktoren bei Kindern nach.


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Positive Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel (Blutzuckerwert, Glukosespiegel)

Stephen D. Anton et. al haben den Einfluss von Stevia gegenüber dem künstlichen Süßungsmittel Aspartam sowie dem Zucker Saccharin getestet. Hierbei kam heraus, dass der Glukosespiegel in der Stevia-Gruppe niedriger war als in der Saccharin-Gruppe.

Positive Auswirkung auf den Insulinspiegel

In der gleichen Studie testeten Stephen D. Anton et. al auch die Auswirkung von Stevia und der anderen Süßstoffe auf den Insulinspiegel. Hierbei kam heraus, dass die Stevia-Gruppe nicht nur einen niedrigeren Insulinspiegel als die Saccharin-Gruppe hatte, sondern er sogar unter dem der Aspartam-Gruppe lag.

Stevia als medizinische Alternative?

2017 haben Forscher die Wirkung von Stevia auf verschiedene endokrine Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes und Bluthochdruck untersucht. Hieraus ergaben sich Hinweise, dass die Stevioglycoside, aber auch Phenole und Flavonoide der Pflanze positive Wirkmechanismen im Körper hervorrufen, es aber weiterer Forschung in dem Bereich bedarf.

Unterschied von Stevia bzw. Stevioglycosiden zu künstlichen Süßungsmitteln

Der Konsum von kalorienarmen und kalorienfreien Süßungsmitteln hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten drastisch zugenommen.

Der Großteil dieser Süßungsmittel basiert auf künstlicher Basis, sie werden also nicht aus natürlichen Zutaten gewonnen.

Über deren Wirksamkeit bezüglich der Gewichtskontrolle ist sich die Wissenschaft teilweise noch uneinig. Die meisten Studien weisen zwar nach, dass künstliche Süßungsmittel wie Aspartam die Nahrungsaufnahme reduzieren und folgerichtig bei der Gewichtskontrolle helfen können – andere Studien, wie die von Blundell & Hill (1986) oder Swithers & Davidson (2008) weisen jedoch darauf hin, dass Aspartam sogar den Appetit anregen und zu einer Gewichtszunahme führen kann. Letztere Studie wurde allerdings an Ratten durchgeführt und ist somit nicht Eins zu Eins auf Menschen übertragbar.

Viel interessanter ist aber, ob künstliche Süßungsmittel wirklich unbedenklich für die Gesundheit sind. Obwohl Stoffe wie Aspartam, Sucralose und Acesulfam von der EFSA als sicher eingestuft und somit für den Einsatz erlaubt sind, gibt es Wissenschaftler, die dem nicht zustimmen.

So haben beispielsweise schon 2013 Wissenschaftlicher der University of Sussex in Brighton (Großbritannien) darauf hingewiesen, dass es mehrere aktuelle Studien geben, die den regelmäßigen Gebrauch von Aspartam ausdrücklich nicht empfehlen. Nach Prüfung der 154 von der EFSA bewerteten Studien kamen die Forscher sogar auf den Entschluss, dass die Bewertung der EU irreführend sei.

Von den 154 von der EFSA untersuchten Studien gab es 73 Studien, die ergaben, dass Aspartam potenziell gesundheitsschädlich sei. Diese wurden von der EU allerdings als nicht überzeugend genug angesehen. Laut anderer Bewertungen dieser Studien seien sie aber teilweise überzeugender als wiederum die Studien, die die Sicherheit von Aspartam nachwiesen.

Aspartam ist inzwischen zwar in Verruf geraten ist, andere künstliche Süßungsmittel wie Sucralose und Acesulfam K sind aber noch nicht so stark negativ in die Öffentlichkeit getreten. Obwohl diese künstlichen Süßstoffe ähnlich hergestellt werden wie Aspartam.

Man sollte also durchaus darauf achten, wie viel Menge von künstlichen Süßungsmitteln man zu sich nimmt, vor allem weil man die konkrete Menge anhand von Zutatenlisten nicht abschätzen kann. Festzuhalten ist, dass nur weil etwas zugelassen ist, man davon nicht blind konsumieren sollte.





Wie werden Stevioglycoside aus Stevia produziert?

Im Gegenteil zu den genannten künstlichen Süßstoffen werden die Steviogylcoside zwar in einem künstlichen Verfahren extrahiert, basieren bzw. stammen aber aus der Stevia-Pflanze. Dieses Verfahren ist zwar ein chemischer Prozess, er führt jedoch nicht zu strukturellen Veränderungen der Stevioglycoside an sich.

Stevia-Pflanzen werden neben Südamerika inzwischen auch in Asien oder anderen tropischen/subtropischen Klimazonen angebaut. Um die intensive Süße der Pflanze zu erhalten, werden Stevia-Blätter geerntet und getrocknet. Die Blätter werden dann in heißes Wasser getaucht. Nach mehreren Stufen des Filtrierens und Zentrifugierens, um die süßesten Bestandteile des Blattes zu konzentrieren, ist das resultierende gereinigte Stevia-Blattextrakt bereit für den kommerziellen Verkauf. Stevia-Blattextrakt besteht aus Steviolglykosiden, den geschmacklich süßen Teilen der Blätter. Stevia-Blattextrakt in Lebensmittelqualität muss mindestens 95% Steviolglykoside enthalten.

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Quellen

Meghan B. Azad, Ahmed M. Abou-Setta, Bhupendrasinh F. Chauhan, Rasheda Rabbani, Justin Lys, Leslie Copstein, Amrinder Mann, Maya M. Jeyaraman, Ashleigh E. Reid, Michelle Fiander, Dylan S. MacKay, Jon McGavock, Brandy Wicklow and Ryan Zarychanski. Nonnutritive sweeteners and cardiometabolic health: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials and prospective cohort studies. 2017. https://www.cmaj.ca/content/189/28/E929

Stephen D. Anton, Corby K. Martin, Hongmei Han, Sandra Coulon, William T. Cefalu, Paula Geiselman and Donald A. Williamson. Effects of stevia, aspartame, and sucrose on food intake, satiety, and postprandial glucose and insulin levels. 2010. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2900484/

Carriocanal LA, Palacios M, Benitez G, Benitez S, Jimenez JT, Jimenez N, and Royas V. Apparent lack of pharmacological effect of steviol glycosides used as sweeteners in humans. A pilot study of repeated exposures in some normotensive and hypotensive individuals and in Type 1 and Type 2 diabetics. 2008. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18397817

Curi R, Alvarez M, Bazotte RB, Botion LM, Godoy JL, Bracht A. Effect of Stevia rebaudiana on glucose tolerance in normal adult humans. 1986. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3651629

Cocco F, Cagetti MG, Livesu R, Camoni N, Pinna R, Lingström P, Campus G. Effect of a Daily Dose of Snacks Containing Maltitol or Stevia rebaudiana as Sweeteners in High Caries Risk Schoolchildren. A Double-blind RCT Study. 2019. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31641701

Areli Carrera-Lanestosa, Yolanda Moguel-Ordonez and Maira Segura-Campos. Stevia rebaudiana Bertoni: A Natural Alternative for Treating Diseases Associated with Metabolic Syndrome. 2017. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5651958/

Blundell JE, Hill AJ. Paradoxical effects of an intense sweetener (aspartame) on appetite. 1986. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2871354

Susan E. Swithers, Camille H. Sample and T.L. Davidson. Adverse effects of high-intensity sweeteners on energy intake and weight control in male and obesity-prone female rats. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3985091/

Erik Paul Millstone and Elisabeth Dawson. EFSA´s toxicological assessment of aspartame: was it even-handedly trying to identify possible unreliable positives and unreliable negatives? 2013. https://link.springer.com/epdf/10.1186/s13690-019-0355-z?author_access_token=4ZuyDYREVS_1gkvkWt_9Q2_BpE1tBhCbnbw3BuzI2RMYbIbCF0QbXwj3EIqKxFm5zGghRNe6UCM8vG_AYyVa7jRxd8bjejRW3djF0WCCI5T05h0_pYJy1t691t4OWwNXAArrApmCDMeOJWdiQdwugA==